Sternritte und Wanderritte

 

Eine Tagesrittbeschreibung.

 

Es ist 8 Uhr. Von Sonnenstrahlen geweckt beginnt der neue Tag, der den ersten Ausritt bringen soll. Schnell wird geduscht, denn es zieht der Kaffeeduft durch die Räume des Gästehauses. Ein handfestes Frühstück wartet, die Voraussetzung für einen schönen Reitertag.

 

Die Pferde warten schon. Unruhiges Wiehern ist zu vernehmen. Dann geht es zum Stalles wird geputzt, gesattelt und gezäumt. Die Satteltaschen werden gepackt, Grill und Würstchen werden auch untergebracht. Die Sonne lacht vom Himmel und die Felder und Wälder warten auf uns. Die Sandwege wollen die Hufe unserer Pferde spüren. Es wird aufgesessen und wir reiten los. Nach 5 Minuten sind wir im Wald, den wir im Schritt durchreiten bis ins Dorf. Nachdem wir dieses hinter uns haben, stehen wir auf einer Anhöhe. Wir können kilometerweit ins Land gucken, welches sich hügelig darstellt. Weiter geht es in den nächsten Wald. Schon nach den ersten Metern spüre ich die leichte Unruhe meines Pferdes Manjek – Freunde lassen wir es angehen? Das heißt antraben und leichten Galopp, so genießen wir die schöne Natur der Wälder und Felder. Bisher war die Landschaft eben, doch jetzt wird es hügelig, wir kommen vom reinen Kiefernwald in einen Mischwald. Die Sonne, die bisher seitlich durch die Bäume schien, erreicht uns jetzt seltener, wir reiten wieder Schritt. Von meiner Reitergruppe höre ich interessierte Fragen, denn meine Gruppe hat noch nicht begriffen, dass wir hier in Pommern so reiten können wie wir es gerne möchten.

 

Es kommen leichte Höhenrücken und die Wege führen kreuz und quer durch die riesigen Wälder. Auf der linken Seite taucht ein wohl 5 km langes Sumpfgebiet auf, wie aus einem Film von Edgar Walles. Ein Schwarzstorch steigt auf und erinnert uns daran, dass wir in Polen sind. Nach ca. 2 Std. erspähen wir von einer Anhöhe aus ein glitzern durch die Bäume. Es ist ein schöner Waldsee, der zum Grillen einlädt. Wir halten an und binden die Pferde an die Bäume und suchen einen schönen Platz zum Grillen. Es wird ausgepackt. Grill, Würstchen, Getränke und Brötchen. Einige sammeln Holz, andere würzen, jeder hat etwas zu tun. Die Sonne spiegelt sich im See. Nach einer schönen Stunde mit Essen, Klönen und Romantik geht es weiter. Nach einiger Zeit öffnet sich der Wald und eine ca. 30 ha große Wiese lädt uns zum gestreckten Galopp ein. Mit fliegenden Mähnen genießen die Pferde den Galopp und wir die Freiheit, soooo reiten zu können. Jetzt wechselt alles ab, Felder, Wälder und alles scheint endlos zu sein. Dann kommt ein Dorf in Sicht mit einer Kneipe. Man ist sich schnell einig, eine kleine Pause um den Durst zu löschen. Circa 30-35 km liegen schon hinter uns und die schöne und abwechslungsreiche Natur, die in Westeuropa kaum noch vorhanden ist, begeistert uns von Stunde zu Stunde mehr. Nach ca. 5-6 Stunden trudeln wir im Birkenhof ein. Beim Absatteln riecht man schon das deftige, schmackhafte Essen. Den Abend beenden wir am Lagerfeuer mit Romantik, Sprüchen und Bier oder Wein, so geht ein schöner erlebnisreicher Reitertag zu Ende. Es ist allerdings nur der erste Tag. Morgen geht es in eine andere Himmelsrichtung.

 

Ihr Wilhelm Oldengott